Neues aus dem Pfarrgemeinderat

Protokoll der Pfarrgemeinderatssitzung am 29.01.2019

St. Marien Liebfrauen

Anwesend – Gäste: Fr. Schymalla (Caritas), Fr. Hiller (Caritas), Bernhard Kreß, Martin Berg, Elisabeth Mitter, Sylvia Bahr – Mitglieder: Michael Wiesböck, Bettina Jarasch, Sr. Annette Eisele, Thomas Gräbner, Susanne Deufel-Herbolte, Reinhard Herbolte, Mechthild Boisserée

Beginn: 19.35 Uhr

TOP 1 und 2: Impuls und Blitzlichtrunde

Thomas Gräbner beginnt die Sitzung mit einem Ausspruch von Papst Franziskus, dem eine Kirche mit Beulen lieber ist als eine Kirche, die krank wird, weil sie sich einmauert. Dies soll auch das Motto unserer heutigen Sitzung sein.

TOP 3: Auswertung der Armutskonferenz mit Gästen der Caritas

Fr. Schymalla stellt sich als Bezirksbeauftragte der Caritas für Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Treptow-Köpenick vor, Fr. Hiller als Bezirksbeauftragte für Mitte und Reinickendorf. Die bezirklichen Zuständigkeiten decken nicht den kompletten Pastoralen Raum ab, was aber kein grundsätzliches Problem darstellt. Beide Caritas-Mitarbeiterinnen sind interessiert an einer Zusammenarbeit mit unserer Gemeinde und fragen nach den Bedürfnissen, die bei der letzten Armutskonferenz formuliert wurden.

Diese sind im Einzelnen:

  1. Ehrenamtskoordination
  2. Schulung von Haupt- und Ehrenamtlichen in Bezug auf Leben mit den Armen
  3. Rechtsberatung im Seniorenstift St. Marien
  4. Mehr barrierefreie Toiletten für Menschen mit Behinderungen

Zum Themenkomplex 1 und 2 ist folgendes festzuhalten:

Die Caritas begrüßt den Vorstoß der Gemeinde für eine hauptamtliche Ehrenamtskoordination insbesondere für die soziale Arbeit und ist gern bereit, uns zu unterstützen, z. B. mit Fortbildungen für Krankenhausbesuchsdienste. Von einigen Anwesenden wird der Wunsch geäußert, eine Notfalladresse bei der Caritas zu haben, an die sich im Problemfall mit armen Menschen in Kontakt stehende Mitarbeiter/innen wenden können. Außerdem wird das Bedürfnis nach einer Grundausbildung für die Themenkomplexe Krise, Sucht, Gesundheit für ehrenamtliche Mitarbeiter/innen formuliert. Die Caritasvertreterinnen betonen, dass eine Ehrenamtskoordination beide Aufgaben hätte: die Schnittstelle zum Hilfesystem zu sein und auch Fortbildungen/Supervision für Ehrenamtliche in der sozialen Arbeit zu organisieren bzw. selbst anzubieten.

Wir diskutieren darüber, wo und bei wem eine solche Stelle/Aufgabe im Pastoralen Raum angesiedelt sein sollte. Bernhard Kreß, der sich dem Leben mit den Armen stärker widmen will, findet diese Aufgabe sehr reizvoll, sieht sich aber in erster Linie als Sozialpädagoge und Theologe, der Menschen auf ihrem Weg begleiten und beraten möchte, weniger als ‚Verwaltungsmensch‘. Er hätte im Blick auf eine solche Aufgabe den dringenden Wunsch nach einer Ansprechperson bei der Caritas. Die Diskussion macht den Bedarf einer engen Verzahnung von Caritas- und Gemeindearbeit deutlich.

Zum Punkt 3 wird gesagt, dass das Marienstift sich nicht in Trägerschaft der Caritas befindet und dass zunächst vor Ort mit den vorhandenen Mitarbeiter/innen der Bedarf einer Rechtsberatung geklärt werden sollte. Im Bereich der barrierefreien Toiletten (Punkt 4) ist Frau Schymalla schon seit einiger Zeit aktiv und auch hier bereit, als Bezirksbeauftragte Hilfestellung zu leisten.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und treffen zwei konkrete Vereinbarungen:

  1. Für die erste gemeinsame Publikation unseres Raumes, die demnächst erscheinen soll, werden die Bezirksbeauftragten der Caritas einen Beitrag schreiben.
  2. Die Gemeinde wird im Lauf des Jahres einen Tag des Ehrenamtes veranstalten, an dem auch die Bezirksbeauftragten teilnehmen werden.

Außerdem wird vorgeschlagen, z. B. durch Pfarrbrief-Interviews mit ehrenamtlichen Helfer/innen im sozial-karitativen Bereich diesen wichtigen Arbeitsbereich der Gemeinde hervorzuheben.

TOP 4: Information über den Pastoralen Prozess

Bettina Jarasch informiert über das letzte Treffen der Steuerungsgruppe, das folgende Ergebnisse hatte:

  1. Das EBO hat am bisherigen Entwurf eines Pastoralkonzepts insbesondere die klare Aufgabenverteilung zwischen Gemeinde- und Pfarreiebene gelobt sowie die ausführlich dargestellten Arbeitsergebnisse der AG Diakonia. Das EBO vermisst allerdings im Konzept gemeinsame Leitgedanken, bzw. ein gemeinsames Leitbild für den Pastoralen Raum und empfiehlt, auch die unterschiedlichen Gemeindeprofile noch stärker zu definieren.
  2. Der Pastorale Raum hat nun ein weiteres Jahr Zeit, ein Pastorales Konzept sowie eine gemeinsame Vision zu entwickeln, ausgehend von den Ergebnissen der Arbeitsgruppen. Außerdem können die Gemeindeprofile stärker herausgearbeitet werden. Der PGR begrüßt den Zeitgewinn und möchte auch das Thema der flachen Hierarchien als beste Vorbeugungsmaßnahme gegen Klerikalismus und Machtmissbrauch weiter verfolgen und als wichtigen Leitgedanken in das Konzept einbringen.

TOP 5: Auswertung der gemeinsamen Veranstaltung zur Missbrauchsstudie am 04.01.2019 in St. Michael Kreuzberg

Der Gesprächsabend und die dort herrschende Atmosphäre werden von den Teilnehmer/innen als positiv beschrieben. Dankenswerterweise hat Tina Heller die Hauptaspekte des Gesprächs sehr gut zusammengefasst. Innerhalb des Diözesanrates hat sich eine sogenannte Ad-Hoc-Gruppe gebildet, die sich dafür einsetzt, dass das Thema Missbrauch durch Priester und der Umgang damit weiter auf der Agenda bleiben. Bettina Jarasch und Tina Heller werden die Zusammenfassung des Abends an die Gruppen und Gemeinden im Raum so-wie die Ad-Hoc-Gruppe weiterleiten.

Es wird in der PGR-Sitzung auch überlegt, inwieweit kritische Mitglieder der katholischen Kirche in Bezug auf die Missbrauchsproblematik andere Wege des Protests beschreiten sollten als Briefe zu schreiben oder schriftliche Erklärungen abzugeben.

Die Caritas-Vertreterinnen weisen darauf hin, dass jede Gemeinde gegen Missbrauch ein Präventionskonzept erarbeiten muss.

TOP 6: Verschiedenes

Martin Berg weist auf ein zum Teil leer stehendes, zum Teil besetztes Haus in der Großbeerenstraße 17 A hin, das der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft gehört. Projektentwickler ist Benjamin Marx, der auch das Roma-Wohnprojekt in der Harzer Straße in Neukölln geleitet hat.

Martin Berg hat die Idee, eine christliche WG der Emmaus-Gemeinschaft, der er angehört, sowie weitere christliche Initiativen in dem Haus anzusiedeln und bittet die Gemeinde um Unterstützung.

Einige Anwesende sehen die Initiative positiv; es gibt aber noch Klärungsbedarf hinsichtlich der bisherigen Planung und auch der weiteren Vorgehensweise. Vorgeschlagen wird, das Thema z.B. in einer gemeinsamen Sitzung von PGR und KV noch einmal aufzurufen.

Ende der Sitzung: 21.55 Uhr

Protokoll: M. Boisserée

 

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