St. Michael

Die Sankt Michael Gemeinde war die zweit- oder drittälteste katholische Gemeinde in Berlin nach der Reformation. Die Kirche am Engelbecken ist im 2. Weltkrieg schwer beschädigt worden und wurde nur zum Teil wiederhergestellt. Durch den Mauerbau wurde die Gemeinde geteilt. Die Katholiken in Kreuzberg hatten nun keinen Zugang mehr zu ihrer Mutterpfarrei. In den sechziger Jahren wurde dann am Alfred–Döblin-Platz eine eigene Kirche mit Pfarrhaus und Gemeindezentrum errichtet. Bis Anfang der 80er Jahre wurde ein konventionelles Gemeindeleben weitergeführt. Allerdings mit einem zahlenmäßigen Schwund der Gemeindemitglieder, bedingt durch die sozialen Veränderungen im Stadtteil.

Als 1983 ein Mitglied der im Kiez ansässigen Jesuitenkommunität Pfarrer wurde, hat sich die Gemeinde den Herausforderungen in Kreuzberg mehr und mehr angenommen und sich den verschiedenen Gruppen und neuen Bewohner geöffnet. Vor allem im sozialen Engagement hat die Gemeinde sich profiliert. Als in Sankt Marien Liebfrauen eine Priesterwohngemeinschaft ansässig wurde hat einer der Mitglieder als Pfarrer die Gemeinde übernommen und später dann der dortige Pfarrer Sankt Michael mitbetreut. Wegen der Unterschiede im Selbstverständnis der Gemeinden ist es nach der Maueröffnung nicht zur Wiedervereinigung von Sankt Michael Ost und West gekommen.

Die Kreuzberger Sankt Michaelsgemeinde ist 2000 mit Sankt Marien Liebfrauen fusioniert worden, die eine ähnliche soziale Struktur und Ausrichtung hat. Sankt Michael, Mitte wurde im Herbst 2003 mit der Domgemeinde Sankt Hedwig zusammengeschlossen.

Direkt neben der Kirche Sankt Michael in der Waldemarstrasse ist eine Gemeinschaft von Schwestern der Sießener Franziskanerinnen und die katholische Kita und das Jugendpastorale Zentrum des Bistums ansässig. Die Schwestern sind neben ihrer Tätigkeit in der Kita besonders für die Armen da, die sie in ihren Konvent einladen und mit denen sie das Leben teilen wollen. Im Sonntagsgottesdienst gehen wir besonders auf die Familien mit Kindern ein, wollen aber auch die Anliegen und Bedürfnisse derer berücksichtigen, die eine offene und authentische Liturgie suchen, die die Fragen und die Mentalität der heutigen Zeit anspricht.

Auf der Suche nach Kooperationspartnern haben wir in der Jugendseelsorge des Erzbistums und in deren Anliegen eine Jugendkirche für Berlin zu finden, Bündnispartner gefunden, die uns helfen unseren Standort zu erhalten und uns weiter zu entwickeln. Neben unseren Veranstaltungen werden also besonders Jugendliche in unserer Kirche ein für sie attraktives Angebot finden.

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